Ratgeber · Recht

KI-Kompetenz nach Art. 4 AI Act: Was Unternehmen jetzt tun sollten

Seit Februar 2025 verlangt der EU AI Act, dass Unternehmen die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten fördern. Im Juli 2026 wurde die Regel geändert, und seit August 2026 gibt es eine zuständige Aufsicht. Was heißt das für Ihr Unternehmen?

Daniel Wolf
Daniel Wolf

Gründer von 2moove · Stand: Oktober 2026 · Lesezeit 7 Min.

Kurz gesagt

  • Art. 4 gilt seit dem 02.02.2025 für alle Unternehmen, die KI-Systeme anbieten oder einsetzen – auch für die Nutzung von ChatGPT im Büro.
  • Durch die Verordnung (EU) 2026/1744 (in Kraft seit 27.07.2026) müssen Unternehmen Maßnahmen ergreifen, um KI-Kompetenz zu unterstützen. Ein bestimmtes Niveau ist nicht mehr vorgeschrieben.
  • In Deutschland ist die Bundesnetzagentur zentrale Marktüberwachung; das KI-Marktüberwachungsgesetz gilt seit 29.07.2026.
  • Sinnvoll ist eine dokumentierte Schulung nach Rollen, verbunden mit klaren Regeln für den KI-Einsatz.

Was verlangt Art. 4?

Artikel 4 des EU AI Act betrifft alle Anbieter und Betreiber von KI-Systemen. Betreiber ist jedes Unternehmen, das ein KI-System im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit nutzt – also auch, wer ChatGPT, Claude oder Copilot im Büro einsetzt.

Seit der Änderung durch die Verordnung (EU) 2026/1744 müssen diese Unternehmen Maßnahmen ergreifen, um die KI-Kompetenz der Menschen zu unterstützen, die in ihrem Auftrag mit KI arbeiten. Ein bestimmtes Kompetenzniveau ist nicht mehr vorgeschrieben. Die Pflicht selbst bleibt.

Zeitleiste AI Act

02.02.2025
Verbote und Art. 4 (KI-Kompetenz) gelten
02.08.2025
Regeln für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck
27.07.2026
Änderung durch VO (EU) 2026/1744 in Kraft
02.08.2026
Transparenzpflichten nach Art. 50, Durchsetzung durch Behörden
02.12.2027
Pflichten für Hochrisiko-KI nach Anhang III

Quellen: Bundesnetzagentur, Verordnung (EU) 2024/1689 in der Fassung der VO (EU) 2026/1744. Stand: Oktober 2026.

Wer kontrolliert das?

Das KI-Marktüberwachungsgesetz (KI-MIG) ist seit dem 29.07.2026 in Kraft. Die Bundesnetzagentur ist zentrale Marktüberwachungsbehörde und bietet einen KI-Service-Desk für kleine und mittlere Unternehmen an. Für bestimmte Bereiche sind andere Behörden zuständig, etwa die BaFin im Finanzsektor.

Wie Verstöße geahndet werden, regeln die Mitgliedstaaten. Unabhängig davon wird Art. 4 spätestens relevant, wenn etwas schiefgeht: Wer nicht geschult hat, kann schwer nachweisen, sorgfältig gehandelt zu haben.

Welche Maßnahmen sind sinnvoll?

  1. Bestandsaufnahme: Welche KI-Werkzeuge werden genutzt – offiziell und inoffiziell?
  2. Regeln: Eine kurze KI-Richtlinie: Welche Werkzeuge sind erlaubt, welche Daten dürfen hinein, wer prüft Ergebnisse?
  3. Schulung nach Rollen: Alle brauchen Grundlagen; wer KI für Kundenkontakt, Personal oder Finanzen nutzt, braucht mehr.
  4. Praxis statt Folien: Am besten an den eigenen Aufgaben üben, mit typischen Fehlern wie erfundenen Antworten.
  5. Dokumentation: Wer wurde wann wozu geschult? Das ist Ihr Nachweis.
  6. Auffrischen: KI-Werkzeuge ändern sich schnell. Einmal im Jahr nachschulen ist realistisch.

Was gehört in eine Schulung?

  • Wie Sprachmodelle arbeiten und warum sie Fehler machen.
  • Datenschutz: Was darf in welches Werkzeug? Mehr zu Claude und ChatGPT im Unternehmen
  • Gute Eingaben (Prompts) für typische Aufgaben im eigenen Bereich.
  • Ergebnisse prüfen: Quellen, Plausibilität, Verantwortung.
  • Kennzeichnung: Seit 02.08.2026 gelten Transparenzpflichten nach Art. 50, etwa für Chatbots.

Ein Praxisplan für den Mittelstand

Für ein Unternehmen mit 50 bis 250 Beschäftigten hat sich ein schlanker Ablauf bewährt: eine Richtlinie auf zwei Seiten, ein Grundlagen-Workshop für alle, vertiefte Workshops für Fachbereiche mit intensiver Nutzung und eine einfache Liste als Nachweis. Das ist in wenigen Wochen umsetzbar.

Nächster Schritt

KI-Schulung mit 2moove

Workshops an Ihren eigenen Aufgaben, mit Richtlinie und Nachweis.

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Stand: Oktober 2026. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

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Gilt Art. 4 AI Act auch für kleine Unternehmen?

Ja. Art. 4 gilt für alle Unternehmen, die KI-Systeme beruflich nutzen, unabhängig von der Größe. Kleine Unternehmen können die Maßnahmen aber schlanker gestalten.

Muss ich meine Mitarbeitenden zertifizieren lassen?

Nein. Der AI Act schreibt kein Zertifikat vor. Seit der Änderung durch die VO (EU) 2026/1744 ist auch kein bestimmtes Niveau mehr vorgegeben. Sinnvoll ist eine dokumentierte Schulung nach Rollen.

Wer ist in Deutschland für den AI Act zuständig?

Die Bundesnetzagentur ist nach dem KI-Marktüberwachungsgesetz, in Kraft seit 29.07.2026, zentrale Marktüberwachungsbehörde. Für bestimmte Bereiche wie den Finanzsektor sind andere Behörden zuständig.

Gibt es ein Bußgeld für fehlende KI-Kompetenz?

Sanktionen für Verstöße legen die Mitgliedstaaten fest. Unabhängig davon kann fehlende Schulung bei Schäden oder anderen Verstößen gegen Sie sprechen. Lassen Sie den konkreten Fall rechtlich prüfen.

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Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welche Rollen welche Schulung brauchen und wie der Nachweis aussieht.

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Daniel Wolf, Geschäftsführer der 2moove technologies GmbH

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Daniel Wolf

Gründer und Geschäftsführer 2moove

Über 20 Jahre Softwareentwicklung und mehr als 12 Jahre Data Engineering, heute mit Schwerpunkt auf n8n und generativer KI. Studium an der TU Dresden.

Stand dieser Seite: Oktober 2026

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